
Aus Raider wurde Twix, aus der Putzfrau die Hygienefachkraft und aus dem guten alten Tafeldienst der Tafelchef…
Was also ist ein Portfolio?
Ist das nur ein Begriff der Politik, um etwas altes neu und innovativ darstellen zu können? Ich denke nicht, auch wenn ich vorsichtig und in manchen Punkten kritisch dieser “neuen” Form der Arbeitsmappe gegenüber stehe. Denn nach eigenem Besuch der 9. Klasse einer hamburger Gesamtschule und nach einer Hand voll Vorträgen über Portfolios in Kindergärten, Grundschulen und Co, bin ich davon überzeugt, dass es sich immer noch um eine Arbeitmappe handelt. Portfolio kann also wörtlich übersetzt werden als Sammlung von Blättern. Nicht mehr und nicht weniger! An dieser Stelle kommt auch meine Kritik ins Spiel, warum muss alles umbenannt werden, wenn es das gleiche ist. Keine Frage, das Umfeld, bzw. die Rahmenhandlung, ist komplett anders. So anders, dass es mich überrascht und auch beeindruckt hat. Individualunterricht, in dem jedes Kind etwas anderes macht, es nur wenig Frotalunterricht gibt, etc.? So etwas gab es damals nur an der Max-Brauer und Wegenkamp-Grundschule, beides nicht in meinem Einzugsgebiet. Heute scheint das alles normal zu sein und es klappt!
Das Portfolio, wie z.B. von Häcker beschrieben, kann in vielerlei Hinsicht nützlich für den Betreiber sein. Nicht umsonst versuche ich mich ja auch gerade an einem… Aber das ist nicht das selbe Portfolio, welches ich an Schulen finde. Hier findet eine Bewertung statt. Zum Teil sogar eine Bewertung, die entscheident für die Zeugnisnote ist und eine Bewertung der Selbstreflexion. Wie soll das gehen? Das wiederspricht der Idee des Portfolios.
Man sollte also vorsichtig sein mit der Benennung. Bzw. sollte man ehrlich formulieren, was es ist. Die Grundidee ist sicherlich gut, aber lassen wir der Geschichte noch ein paar Jahre Zeit. Man kann nicht plötzlich in der 9. Klasse mit einem Portfolio anfangen, kein Wunder, wenn da Leute überfordert sind. Jedoch bin ich gespannt auf die heutige Generation von Grundschülern, die bereits mit diesem Werkzeug arbeiten, wie diese später (z.B. an der Uni) damit zurechtkommen.
In diesem Sinne “Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!”
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